| Es war endlich Sommer geworden, als 19 Teilnehmer vom Frauenturnverein und der Männerriege Lütisburg am frühen Morgen des 26. Juni ans Berner Kantonalturnfest nach Kirchberg/BE aufbrachen. Der neue Vorturner Felix Tschirky hatte seine Mannen gut vorbereitet, damit sein erstes Turnfest als Leiter ein Erfolg werden sollte. Zusammen mit Vreny Misteli vom Frauen-Turnverein hatte er die Trainings gestaltet und man wollte bestens „für den Ernstfall“ gerüstet sein. Die gemischte Riege startete im 3-teiligen Vereinswettkampf für Männer und Frauen, und das in der zweiten Stärkeklasse. Zwar wurden die neuen Disziplinen vor zwei Wochen am Kant. SportFit-Tag in Kaltbrunn erstmals wettkampfmässig ausgetragen, aber das hier war das erste richtige Turnfest, ein grosses, und man wollte beweisen, dass man die neuen Disziplinen im Griff hatte. Der Wettkampf gelang ausgezeichnet, obwohl die Nervosität vor allem am Anfang bei einigen nicht zu übersehen war. Und es wurde ein tolles Turnfest, das Wetter passte, die Stimmung war ausgezeichnet und am Schluss schaute noch ein sehr gutes Resultat heraus, und das, obwohl sich Reto bei der abschliessenden Pendelstafette eine Verletzung an der Wade zuzog. Mit der ausgezeichneten Note von 29.20 stand der Vereinsname Lütisburg in der entsprechenden Kategorie am Samstag-Abend auf der riesigen Resultatwand zuoberst!
Hornussen am Nachmittag
Das wusste man aber am Mittag noch nicht, nach dem Mittagessen stand uns ein unbekanntes Nachmittagsprogramm bevor. War das eine Überraschung, als wir nach kurzer Zugfahrt und einem kleinen Fussmarsch plötzlich vor dem Vereinshaus vom Hornussenklub „Wiler“ standen, der Vorturner hatte für uns eine Einführung in die typisch Schweizerische Mannschaftssportart Hornussen organisiert. Nach einer kurzen Erklärung konnte jeder sechs Versuche tätigen, den Nouss mittels Stecken vom Bock soweit wie möglich ins Spielfeld zu schlagen, wo zwei Mitglieder des Klubs versuchten, diesen mit der Schindel noch vor der Landung zu stoppen. Obwohl nur durchtrainierte Turnerinnen und Turner anwesend waren, zeigte sich schnell, in wem bis anhin unentdecktes Talent für diesen Nationalsport schlummerte. Zwischen drei und 190 Metern sah man alles, wobei der Rekord auf jenem Platz bei ca. 350 Metern liegt. Am Schluss liessen sich Heidi Krämer und der neue Vorturner Felix als Sieger dieses kleinen Wettkampfes feiern.
Den Tag liess man, dem Alter entsprechend, etwas abseits der grossen Festzelte gemütlich
ausklingen. Am Sonntag wurden im Stadion noch diverse Vorführungen bestaunt, bevor dann dem Leiterpaar bei der Siegerehrung ein hölzerner Vereinspreis übergeben wurde. Dann gingen wir heim, und dann ins Rössli, und das war gut so.
Photos: |