| Am Samstagmorgen, es war der 5. September 2009, trafen um 7.00 Uhr neun reiselustige Turnerinnen pünktlich beim “Bahnhof Lütisburg“ ein. Nach freudiger Begrüssung packten wir unsere Rucksäcke doch schon stöhnten einige über die schwere Last und machten sich Gedanken darüber, was wohl zuviel eingepackt wurde. Der Zug fuhr pünktlich ein und los ging unsere Reise. In Wattwil hiess es umsteigen, aber dann konnten wir‘s gemütlich angehen.
Unsere Präsidentin hatte eine Überraschung, denn die siegreichen Männerriegler vom Schlussturnen am Vorabend gaben Claire etwas von Ihrem Siegerpreis mit, nämlich einen Sekt. Vreni brachte frische Gipfeli mit, also war das “Sektfrühstück“ perfekt. Hierfür ein herzliches DANKE!!! Dies und das super Wetter waren ein optimaler Start und man durfte gespannt sein, was noch alles auf uns zu kam.
In Flüelen gab‘s eine Kaffee-/Brünzlipause, dann ging‘s per Postauto Richtung Intschi. Noch nie gehört, aber wir sind tatsächlich dort angekommen. So, jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. Es gab nur eine einzige Turnerin, die sich wagemutig mit der Seilbahn nach oben transportieren liess. Die anderen nahmen die zweistündige Bergwanderung unter die Füsse. Am Anfang ging‘s noch flott voran, doch der steile Aufstieg trieb unseren Puls in die Höhe, gut hatte man die Wanderstöcke dabei. Durst gab‘s auch, da ja ordentlich geschwitzt wurde. Vreni orientierte uns ab und zu über die zurück gelegten Höhenmeter und plötzlich war man oben angekommen. Ein wunderschönes Landschaftsbild präsentierte sich uns am Arnisee. Es gab eine schön angelegte Grillstelle, wo wir unser Mittagessen geniessen konnten. Wer eine gut gebratene Wurst wollte, musste Geduld haben, da es zuerst mehr Rauch als eine heisse Glut hatte.
Als alle satt waren und es uns langsam fröstelte, entschlossen wir uns für einen Kaffeehalt im nahegelegenen Gasthaus Arnisee. Viele bestellten denn auch einen Kaffee-Luz, und auch noch einen zweiten. Es wurden noch Karten geschrieben, auch von einer gewissen “stillen“ an Edith. Wer das wohl ist? Schuld war sicher der Luz!!!
Wieder aufgewärmt, war es an der Zeit uns wieder ein wenig zu bewegen. Während dem Rundgang um den Arnisee überraschte uns Vreni mit einem Rätsel von kuriosen Ortsnamen, damit auch unsere Hirnzellen aktiv blieben. Wir wurden wirklich nicht schlau aus diesem vorgegebenen Wörtern – oder kennst du etwa Baummehl? Blitzingen? oder Witzwil? Anschliessend machten wir noch einen Abstecher zum Känzeli, eine Aussichtplattform. Fantastisch diese Aussicht, und wie steil das hier runter geht.
So, nun ging’s zu unserer Unterkunft im Berggasthaus Alpenblick. Wir wurden freundlich empfangen, ein 6er und ein 4erZimmer bekamen wir zugeteilt und die Betten waren schnell belegt. Wir konnten sogar duschen. Nachdem alle ihr Nachtlager vorbereitet hatten, blieb noch genügend Zeit für einen Apéro. Auf Empfehlung des Hausherrn genossen wir auf der Terrasse bei einem guten Glas Weissen den herrlichen Sonnenuntergang. Pünktlich um sieben Uhr wurde das Nachtessen serviert, es mundete allen vorzüglich. Wir konnten die Küche nur rühmen. Auch ein guter Rotwein fehlte nicht. Kaffee und Dessert rundete das Menu ab.
Heidi Krämer kreierte im Gästebuch eine fantasievolle Seite für den FTV Lütisburg.
Einheimische Fussballfans überredeten uns für den Fussballmatch Griechenland-Schweiz ebenfalls einen Tipp abzugeben. Zum Plausch haben einige mitgemacht, aber richtig getippt hat keine von uns, ach was soll‘s. Es wurde noch ein bisschen “gemeiert“, doch dieses Spiel behagte nicht allen.
Zum Abschluss nahmen wir noch einen Schlummertrunk. Einige entschieden sich für eine “alti Zwetschgä“, Annelies wollte unbedingt einen Enzian, der sooo gesund sein soll. Der Wirt teilte uns mit, dass diese Runde vom Haus spendiert wurde, worauf wir uns sofort musikalisch bedankten. Also prosteten wir uns zu und tranken auf unser Wohl. Grauslig und saustark sei er, meint Annelies. Enzian ist halt doch nur etwas für hartgesottene. So ist das Gebräu aus dieser Wurzel.
Es ist elf Uhr und Zeit für Nachtruhe! Wir verzogen uns in unsere Zimmer, es dauerte nicht lange, bis sich alle irgendwie im Bett eingemummelt hatten. Irgendwann schläft‘s dann, und am morgen hörte man sonderbare Geschichten. Annelies schlafwandelte wie ein Geist im Zimmer herum um Auszukundschaften, wer denn so geräuschvoll schlief. Das Riechorgan sollte man bei der betreffenden Frau zuhalten, forderte sie. Na so was!? Ist man nun wegen diesem Handicap “zweitagesreisefähig“ oder nicht? Alles halb so schlimm, wer schläft hört nichts, basta!
Die Sonne blinzelte schon durchs Fenster und langsam wurden alle wach. Es ist kurz vor sieben und die Morgentoilette wurde fällig. Den Rucksack wieder reisefertig gepackt und schon ging’s zum Frühstück. Mhh, das Buffet sah reichhaltig aus. Speck, Schinken, Käse, Müesliflocken, guter Kaffee, O-Saft, Zopf und knusperiges Brot, alles vom feinsten.. Sogar die Eier konntest du auf Wunsch von weich bis hart bestellen. Der Chef bewirtete uns zuvorkommend, man kann es weiter empfehlen. Vreni bestimmte den Zeitpunkt, dass wir um viertel vor zehn abmarschieren.
Die Wolldecken ordentlich zusammengelegt, die Wanderschuhe geschnürt, den Rucksack umgeschnallt, die Stöcke zur Hand, so nun waren wir abmarschbereit. Wir bedankten und verabschiedeten uns von dem Wirtepaar und los ging’s Richtung Wegweiser, denn wir mussten uns noch einig werden wo‘s lang geht. Wir wählten denn goldenen Mittelweg und wanderten zur Intschialp. Dort verweilten wir, beobachteten die Kühe aus nächster Nähe, tranken und naschten aus unserem Proviant bis es dann weiter talabwärts Richtung Gurtnellen-Dorf ging. Gegen 14.00 Uhr trafen wir beim Rest. Feld ein, wo wir uns aus gutbürgerlicher Küche verwöhnen liessen. Vier Frauen marschierten die direkte Variante bis zur Bushaltestelle. Da noch genügend Zeit vorhanden war, liefen die anderen noch eine Zusatzschleife via Stäubenwaldkapelle nach Gurtnellen-Wiler. Etwas mehr als eine Stunde dauerte diese abwechslungsreiche Strecke. Auf halbem Weg wurden wir von einem Wildhüter „verfolgt“. In der Annahme, dass wir ihn abgehängt hatten, musste Heidi mal dringend. Aber pass auf, Rehe haben auch weisse Hinterteile, ups, schon stiefelte der Jäger um die nächste Kurve. Schnell die Hosen hoch, nochmals Glück gehabt. Bei der Kapelle machten wir kurz Halt, von nun an ging’s bergab. Unten angekommen marschierten wir Richtung Bushaltestelle. Nun ging’s heimwärts, in Erstfeld trafen wir auf die Vierergruppe, welche sich die Zeit mit einem Jass verkürzt hatte. Weiterfahrt via Arth-Goldau,-Bibberbrugg,-Rapperswil,-Wattwil,-Lütisburg-Station. An dieser Stelle möchten wir uns bei Vreni ganz herzlich bedanken für das organisieren dieser schönen Turnerreise. Es war einfach schööööön!!!
Moni Bösch |
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